Melvilles »Moby Dick« ist, als zeitloser Klassiker der Weltliteratur, in vielen Inszenierungen als Theater- und Musiktheater, sowie auf der Leinwand zu sehen (gewesen), oftmals reduziert auf den Kampf zwischen Ahab und dem weißen Wal.
Der Roman behandelt v.a. aber auch Themen wissenschaftlicher, kulturhistorischer und philosophischer Art. Der Wille des Menschen, die Natur zu beherrschen, der Kampf um Ressourcen und grenzenlose menschliche Gier sind seit je her eng miteinander verflochten. So erörtert Melville u.a. die Frage, ob es dem Menschen gelingt, mit der Industrialisierung des Walfangs, diese Spezies auszurotten, ähnlich der fast vollständigen Vernichtung des Bisons durch die europäischen Siedler in Amerika.
Unser Anliegen ist es, in dieser Inszenierung ansatzweise die Problematik des Artensterbens aufzugreifen und dem Wal, als bedrohter Gattung, eine Stimme zu geben.
Moby Dick zu Ahab: Ich habe eine ganz andere Sicht auf die Dinge. Jede Golddublone hat zwei Seiten. Du erklärst mich zum Feind – das bin ich eigentlich nicht. Aber: woher kommt dein Hass, der selbstzerstörerische Fanatismus? Erhebt dich deine »Vernunft« über mich? Wo bleibt hier diese Vernunft? Aber gut, dann lass uns eben kämpfen…
Regie: Erhard Drexler
live Musikbegleitung: Elena Rittmeier, E-Gitarre und Kontrabass